Foto: Eine Notiz zeigt den Leitspruch des Deutschen Roten Kreuzes: Wir helfen gern! Dieses Foto ist gleichzeitig ein Link und führt Sie zur Unterseite: Fördermitgliedschaft.

Fahrgeschäft auf der Bergkirchweih eingestürzt – Großübung „Edelweiß“ des Katastrophenschutzes in Erlangen

 

Erlangen, 06/07/14 

Letzten Samstag war wieder Pfingstsamstag in Erlangen – jedenfalls in der Übungslage. Die Bergkirchweih ist in vollem Gange. Plötzlich gehen viele Notrufe bei der Integrierten Leitstelle und der Polizeieinsatzzentrale ein – ein Fahrgeschäft ist zusammengebrochen. Am Unfallort viele verletzte Menschen und geschockte Zeugen – so das Unfallszenario auf dem Berg - aber Hilfe ist auf dem Weg.

Das war der Beginn einer großen Übung die am Samstag in Erlangen stattgefunden hat und bei diesem Schadensereignis ist es nicht geblieben. Ebenfalls auf dem Bergkirchweihgelände explodierten später noch Schaustellerbuden, die Sirenenanlage auf dem Berg fordert alle Bergbesucher zum Verlassen des Geländes auf. In der Rathsberger Strasse traten Gefahrstoffe aus, im Marie-Therese-Gymnasium waren 300 geschockte Bergkirchweihbesucher zu betreuen und zuletzt stürzte noch ein Fahrzeug in den Main-Donau-Kanal. 

Um alle Verletzten und Betroffenen zu versorgen, zu transportieren und zu betreuen sind natürlich viele Helfer nötig. Vom BRK Kreisverband Erlangen-Höchstadt waren der Rettungsdienst und alle ehrenamtlichen Einheiten des Katastrophenschutzes im Einsatz – mit über 150 Helfern der Bereitschaften, von Wasserwacht und Bergwacht. Viel Material wurde in den Einsatz gebracht – mit 45 Fahrzeugen, 4 Anhängern und 2 Booten war man vor Ort. Zusätzlich wurden von den Ehrenamtlichen die zwei BRK-Bergwachen wie an einem Pfingstsamstag besetzt. Die Kollegen aus Fürth, Altdorf und Nürnberg unterstützten uns mit je einem Rettungstransportwagen als überörtliche Kräfte des Rettungsdienstes , die bei einem echten Unfall dieser Größe ebenfalls zum Einsatz gekommen wären.

Gemeinsam mit den Kollegen von ASB, DLRG, Feuerwehr, THW, Notfallseelsorge und Polizei wurden insgesamt 75 Verletzte versorgt, in die an der Übung teilnehmenden Kliniken transportiert, 30 Betroffene betreut und alle Szenarien „abgearbeitet“. 
Insgesamt waren an der Übung über 800 Personen beteiligt – neben den Helfern im Einsatz waren Verletzte darzustellen, die Übung zu leiten und – nicht zuletzt – alle Beteiligten mit Getränken und Verpflegung zu versorgen. Auch hier war das BRK Erlangen im Einsatz – mit dem JRK das 50 Mimen organisierte und realistisch schminkte, 10 Helfern der Feldküche die für das leibliche Wohl während und nach der Übung sorgten und 15 BRKlern in der Organisation. Die Vorbereitung einer solchen Übung dauert übrigens ein halbes Jahr und neben den oben genannten Organisationen waren an der Ausarbeitung die Integrierte Leitstelle, die Bundeswehr und natürlich die Stadt Erlangen beteiligt. 

Für die Rundfahrt der Ehrengäste zu den Szenarien an der unter anderem der Bayerische Innenminister Joachim Hermann, Oberbürgermeister Dr. Florian Janik, Vetreter der Regierung von Mittelfranken und Vertreter der beteiligten Organisationen teilnahmen stellte der Kreisverband seinen Reisebus zur Verfügung. 

Zum Abschluss der Übung trafen sich alle Beteiligten beim BRK zu einem gemeinsamen Essen bei dem ein erster Erfahrungsaustausch stattgefunden hat. Bei dieser Gelegenheit bekam Oberbürgermeister Dr. Florian Janik noch eine spezielle Warnweste vom BRK überreicht – damit er als oberster Katastrophenschützer der Stadt Erlangen und praktisch Schirmherr für alle Hilfsorganisationen für alle Bürgerinnen und Bürger im Einsatz gut erkennbar ist.

Nun gilt es die bei der Übung gemachten Erfahrungen auszuwerten und für zukünftige Einsätze die gemeinsamen Abläufe zu optimieren, damit bei realen Einsätzen dieser Größenordnung zielgerichtet geholfen werden kann.

Ein großes Dankeschön gilt dem Vorbereitungsteam unter der Leitung von Bernhard Beer, der ehrenamtlich im Team der Stadt Erlangen mitgewirkt hat, und alle Maßnahmen und Mittel des BRK koordiniert hat.

WIr waren natürlich mit dabei. Mit fünf Helfern stellten wir die UG-SanEL mit dem ELW an der Feuerwache Erlangen, zwei weitere Helfer waren mit dem Funkwagen an der Lage "Bergkirchweih". Nach einem intensiven Tag geht´s nun an die Übungsauswertung um die Abläufe zu optimieren.